3. Februar 2013

Cassandra Rose Clarke - The Mad Scientist's Daughter

2013, Paperback, 391 Seiten
ca € 10
ISBN 9780857662651

"Cat, this is Finn. He's going to be your tutor."

Finn looks and acts human, though he has no desire to be. He was programmed to assist his owners, and performs his duties to perfection. A billion-dollar construct, his primary task now is to tutor Cat. As she grows into a beautiful young woman, Finn is her guardian, her constant companion… and more.
But when the government grants rights to the ever-increasing robot population, however, Finn struggles to find his place in the world.


Als ich im letzten Jahr Cassandra Rose Clarke's Debüt The Assassin's Curse gelesen habe, war ich restlos begeistert von den Protagonisten und ihrer Beziehung zueinander. Clarke hat den Bogen wirklich raus und das beweist sich auch mit ihrem ersten Roman für Erwachsene - wobei, das muss ich gleich gesagt haben, der geneigte Leser etwas mehr Zeit und Seiten invenstieren muss als das bei The Assassin's Curse der Fall ist. Der ungeneigte Leser könnte schnell die Lust verlieren.

Das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich anzubringen habe: Es hat ewig gedauert, bis ich mit Cat warm geworden bin. The Mad Scientist's Daughter ist vieles - eine Liebesgeschichte, Science Fiction, Drama - aber vor allen Dingen ist es in meinem Empfinden ein Entwicklungsroman. (Und nur in sehr kleinen Teilen politisch, ganz anders als uns der Klappentext weismachen will.)
Der Leser lernt Cat als Fünfjährige kennen. Sie begegnet Finn zum ersten Mal und wie Cat hatte ich Probleme, ihn richtig einzuordnen. Es wird relativ schnell klar, dass Finn ein Roboter ist, aber die Überlegungen und Gefühle, die er manchmal an den Tag legt, passten in meiner Vorstellung so gar nicht mit Robotern zusammen.
Während Cat älter wird - und das in geradezu rasenden Schritten, zur Hälfte des Buches ist sie bereits 28 - wird Finns Bild immer klarer, während Cat irgendwie kalt und unnahbar bleibt. Es gab da eine Phase, in der ich mit mir gekämpft habe, ob ich das Buch nicht besser bleiben lasse. (Das ist übrigens die Phase, in der Cat und Finn ihre Beziehung ziemlich weit treiben. Ja, so weit. Roboter-Sex. Da, ich habs gesagt. Roboter-Sex.)

Das war der Moment, in dem ich 1. gemerkt habe, dass The Mad Scientist's Daughter kein YA ist (eine kleine Recherche im Vorfeld hätte Abhilfe geschafft, aber der Name auf dem Cover hat zu Direktkauf geführt), und ab dem ich 2. beschlossen habe, die Geschichte nicht mehr ganz so realistisch, sondern mehr symbolhaft zu sehen. Das hat geholfen. Und ab da habe ich das Buch verschlungen, geradezu inhaliert, und zum Schluss geliebt.

Gewisse Dinge drängen sich in der Interpretation geradezu auf, aber eine Ausführung würde an dieser Stelle zu massenhaft Spoilern führen, deshalb belasse ich es dabei und hoffe, trotzdem eure Neugierde und euer Interesse geweckt zu haben.
The Mad Scientist's Daughter ist neben all der Interpretatiererei vor allen Dingen eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die in sprachlicher Schönheit und immer ein wenig melancholisch auftritt. Was braucht es, um zu fühlen? Was ist Gefühl überhaupt? Was bedeutet Menschlichkeit? Am Ende ist das Buch so umfassend und überwältigend, das ich gerade das Gefühl habe, bestimmt die Hälfte verpasst zu haben.

Also muss ich es wohl nochmal lesen. Was sich gut trifft, denn irgendwie muss ich mich ja über die fünf Monate bis zum Erscheinen von The Pirate's Wish retten.





Und wem das alles nicht zusagt, dessen Nase sei noch einmal herzlich aber vehement auf The Assassin's Curse gedrückt. ;)

1 Kommentare:

Philia Libri hat gesagt…

Assassin's Curse liegt schon im Einkaufswagen ... als hätte ich nicht schon genug ungelesene Bücher, pah! :D